Gedenkaktion zum 13. Todestag von Laye Condé

Samstag,06. Januar 2018, 12 Uhr, Sielwalleck

2006 endete die Brechmittelvergabe in Bremen. Der Europäische Gerichtshoffür
Menschenrechte hatte die zwangsweise Vergabe von Brechmitteln anVerdächtigte als
Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention bewertet. Dem Kläger, einem
Betroffenen aus Nordrhein-Westfalen, wurden 10.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Zum 13. Mal wollen wir nun an den Tod von Laye Condé aus Sierra Leoneerinnern. Er
starb eines qualvollen Todes aufgrund einer solchen Maßnahme auf dem Polizeirevier
Bremen-Vahr. Die Brechmittelvergabe war eine Menschenrechtsverletzung, die 13 Jahre
währte. 13 Jahre lang war dies Bremer Alltag, und das in über 1200 Fällen.
Viele Menschen sind derselben erniedrigenden Prozedur unterzogen worden wie Herr
Condé. Einige von ihnen leben noch in Bremen. EineEntschuldigung oder gar
Schmerzensgeld hat keiner von ihnen bekommen.

Es wird Zeit!!

Die Initiative in Gedenken in Gedenken an Laye-Alama Condé setzt sich seit vielen
Jahren dafür ein, dass die Zeit der Brechmittelvergabe staatlicherseits aufgearbeitet
wird. Wir fordern einen dauerhaften Gedenkort, der an Laye Condé und diese
„Beweissicherungsmaßnahme“, wie es amtlicherseits hieß, erinnert.

Im letzten Jahr wurde vor dem Internet-Café „Lift“ in der Weberstraße ein mobiler
Gedenkort aufgestellt, der seither durch die Stadt tingelt, unter anderem schon im
Kulturzentrum Schlachthof sowie im Lagerhaus besucht werden konnte und derzeit vor
dem Sielwallhaus steht. Inzwischen gibt es auch einen weiteren digitalen Gedenkort,
der noch bis Ende des Jahres in der Stadtbibliothek steht.

Und außerdem: Oury Jalloh - Das war Mord! 7.1.2018, 14.00 Uhr, Demo ab Hauptbahnhof
Dessau, www.initiativeouryjalloh.wordpress.com