Einige bundesweite Urteile gab es zu Brechmitteln, die überwiegend die Berechtigung der Maßnahme verneinten. In Bremen bezog sich der Senat aber stets auf die befürwortende Rechtsprechung. In unzähligen Fällen wurden vor Bremen Gerichten Beweismittel zugelassen, die durch die Vergabe von Brechmittel gewonnen wurden. In keinem Fall wurde in Frage gestellt, ob die Maßnahme die Rechte der Betroffenen einschränkt. Auch nicht gegenüber den 20-40%, die das Mittel einnehmen mussten, die aber keine Drogen mit sich führten.

Der Prozess gegen den Arzt, der die Maßnahme gegenüber Herrn Condé durchführte, war der einzige seiner Art in der BRD. Die Prozessgeschichte ist ebenfalls einzigartig. Zweimal kassierte der BGH den Freispruch des Landgerichts Bremen, beim zweiten Mal mit den Worten, das Urteil sei „fast grotesk falsch“. Mit der Einstellung im 3. Prozess entzog sich das Bremer Gericht weiterer Überprüfung.

Es gab viele Anzeigen und einige Klagen von Betroffenen. Herr J. aus NRW scheiterte mit seiner Klagen hierzulande in höchster Instanz; erst dies machte den Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte möglich. Dessen Urteil zugunsten Herrn J.s beendete 2006 die Geschichte der Brechmittelvergabe.