In der Hansestadt entzog die Exekutive die Brechmittelvergabe möglichst einer offenen Diskussion. „Ich wollte nicht die Öffentlichkeit erreichen“, so formulierte es Henning Scherf als zuständiger Justizsenator schon 1996. In der Bürgerschaft war die Vergabe von Brechmitteln selten Thema, dann aber an sehr prominenter Stelle. Nach dem Tod von Achidi John 2001 in Hamburg verweigerte die Große Koalition einem Antrag von Bündnis‘90 die Zustimmung, die zwangsweise Vergabe sofort einzustellen. Nach der Tötung von Herrn Condé 2005 beschloss dieselbe Koalition zwar einen Antrag aus ihren Reihen, die Zwangsvergabe zunächst auszusetzen. Bürgermeister Scherf verband aber den Verbleib des stark kritisierten Innensenators Röwekamp mit seinem eigenen Schicksal, mit dem Fortgang der damaligen Regierung und der finanziellen Zukunft Bremens in bundespolitischen Verhandlungen.

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