Laye Condé 1969 – 2005

  • 1969 Laye Condé wird in Kabala/Sierra Leone als erstes Kind seiner Familie geboren. Er hat mehrere Geschwister.
  • 2000 Im Alter von 31 Jahren entschließt er sich aufgrund der politischen und sozial-ökonomischen Situation vor Ort nach Europa zu fliehen.
  • 2001 Laye Condé kommt in Hamburg an und wird nach Bremen umverteilt. Sein Asylantrag wird abgelehnt.
  • 2001-2004 Laye Condé lebt in einer Sammelunterkunft für Geflüchtete am Stadtrand Bremens. Seine Mitbewohner und Freunde beschreiben ihn als einen ruhigen, politisch interessierten Menschen. Er unterliegt einem Arbeitsverbot und darf Bremen nicht ohne schriftliche Erlaubnis der Ausländerbehörde verlassen.
  • 2004 Am Abend des 27. Dezember wird Laye Condé von zwei Neustädter Polizisten im Viertel festgenommen und ins Polizeigewahrsam verschleppt. Dort unterzieht ihn der Arzt Igor V. unter Mithilfe der beiden Polizisten einer qualvollen Brechmitteltortur: Über sieben Liter Brechsirup und Wasser werden ihm gegen seinen Willen über eine Magensonde durch die Nase eingeflößt. Auch nachdem Laye Condé bereits ins Koma gefallen ist, wird die Folter weiter vollzogen, da Arzt und Polizisten von einer Simulation überzeugt sind. Erst nach über zwei Stunden wird Laye Condé in ein Krankenhaus eingeliefert, wo ein Lungenödem und eine Hirnschädigung festgestellt werden.
  • 2005 Am 7. Januar stirbt Laye Condé im Bremer St. Joseph-Stift an „celebraler Hypoxie als Folge von Ertrinken nach Aspiration bei forciertem Erbrechen“. Laye Condé wurde staatlicherseits durch die gewaltvolle Vergabe von Brechmitteln ertränkt.
  • Seit 2006 Zum Todestag von Laye Condé finden jährlich öffentliche Gedenkveranstaltungen in Bremen statt.
Entschädigung für alle Betroffenen von Brechmittelfolter