Zwischen 1991 und 2004 sind in Bremen in über 1.000 Fällen Brechmittel an Menschen in Polizeigewahrsam verabreicht worden. Am 27. Dezember 2004 wurden dem aus Sierra Leone geflüchteten Laye Condé im Polizeirevier Bremen-Vahr gegen seinen Willen vom Beweissicherungsdienst durch eine Nasensonde zwei Stunden lang mehrere Liter Wasser und Brechmittelsirup eingeflößt.
Am 7. Januar 2005 starb Laye Condé an den Folgen dieser Zwangsmaßnahme.
2006 stufte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die zwangsweise Vergabe von Brechmitteln als Verletzung von Art. 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention ein: Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

Die Seite ist im Umbruch. In naher Zukunft wird sich www.brechmittelfolter-bremen völlig neu gestaltet präsentieren.

 

Gedenkkundgebung am 7.1.2022

Am 7.1. 2022 versammelten sich im Neustadtspark knapp 200 Menschen, um an die Betroffenen der Brechmittelvergabe in Bremen zu erinnern und an Laye Condé zu gedenken. Sprecher*innen der 'Initiative in Gedenken an Laye Alama Condé' sowie der 'Initiative in Gedenken an Achidi John' aus Hamburg verdutlichten in ihren Redebeiträgen, dass die staatliche Politik schon von  je her eine rassistische schlagseite hat und riefen dazu auf, im Kampf gegen den gesellschaftlichen Rassismus nicht nachzulassen.

Hingewiesen wurde auf der Versammlung auch auf den 'Gedenkort für Laye Condé und 13 Jahre Brechmittelvergabe', den das Land Bremen in den nächsten Jahren verwirklichen will.

Ein Überblick über zurückliegende Gedenktage findet sich unter > dokumentation, > Gedenktage.


 

 

Interesse an der Mitarbeit in der Auswahlkommission zum künftigen Gedenkort?

Gerade und noch bis Februar 2022 können sich Menschen, die in Bremen leben, zur Mitarbeit in einer Auswahlkommission melden. Diese soll entscheiden, welcher der eingereichten künstlerischen Entwürfe tatsächlich gebaut wird.

Dazu gibt es einen entsprechenden Einladungstext der Kulturbehörde

Der Einladungstext bestimmt über folgende Fragen zudem noch näher, wer fürs Mitmachen in der Auswahlkommission gesucht ist:

„Gesucht werden Menschen, die sich bei diesen Fragen angesprochen fühlen:

  • Haben Sie selbst Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung in Bremen – und damit einen Blick für die besondere Perspektive des Gedenkorts?
  • Machen Sie selbst die Erfahrung, als „fremd“ angesehen und ggf. benachteiligt zu werden?
  • Kennen Sie vielleicht Menschen, die von einem Brechmitteleinsatz betroffen waren?
  • Sind Sie selbst Betroffene oder Betroffener eines Brechmitteleinsatzes gewesen?“

 

 

 

Pressemitteilung vom 04.01.2022

Gedenkkundgebung zum 17. Todestag von Laye Alama Condé
am 7. Januar 202
2 um 17:00 Uhr | Langemarckstraße, Haltestelle: Hochschule Bremen

Die Initiative in Gedenken an Laye Alama Condé erinnert auch in diesem Jahr öffentlich an den Tod von Herrn Condé, der an der Folgen der zwangsweisen Vergabe von Brechmitteln im Bremer Polizeigewahrsam am 7. Januar 2005 starb. Die diesjährige Gedenkkundgebung findet in der Neustadt an der Langemarckstraße (Höhe Hochschule) statt...  (weiterlesen)

13 Jahre Brechmittelvergabe in Bremen
Die Nacht, in der Laye Condé getötet wurde
Betroffene von Brechmittelfolter berichten